Unanstand



Diese Diashow benötigt JavaScript.

Mir gegenüber sitzt ein Pärchen mit Hund. Der Mann trägt seinen Schopf, wie hier üblich, sehr kurz. Die Haare der Frau hingegen sind lang und schwarz, was mich hoffen lässt.

Ihr nicht uncharmant zwischen Jugend und Reife oszillierendes Gesicht erinnert mich an jemanden. Jemanden aus einer längst verblichenen Zeit, einer Zeit, die mir im Nachhinein als Aneinanderreihung von Nächten erscheint, in entweder stickigen, brüllend lauten, zugleich knisternden, auf jeden Fall jedoch halbdunklen Räumen, oder entlanglaufend an Flüssen, flüsternd oder schon nicht mehr flüsternd; auf alle Fälle waren es immer verheißungsvolle Nächte gewesen, an die mich die Frau an diesem unauffälligen Dienstagmorgen erinnert. Während der Zug unvermindert vorwärts rattert, laufen meine Gedanken rückwärts, und ich folge ihnen, mit halbem Widerstand, denn sie sind gefährlich für mein Gleichgewicht.

Weiterlesen